Planung der GMAT Vorbereitung und Business School Bewerbung

Für Sie steht fest: Sie möchten Ihre, im Grundstudium erworbenen, Kenntnisse in einem MBA-Programm vertiefen, um so Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Auch haben Sie sich bereits für eine Hochschule entschieden, an der Sie studieren möchten. Nun stellt sich für Sie folgende Frage: "Wie und wann bewerbe ich mich am besten?".

Vorweg sei gesagt: Ihre Hochschulbewerbung sollte äußerst akribisch geplant werden. Sie dürfen absolut nichts dem Zufall überlassen, sondern sollten Ihre Bewerbung mit Sinn und Verstand zusammenstellen. Um sich erfolgreich von den anderen ambitionierten Studienanwärtern abzuheben, sollten sie jeden einzelnen Schritt Ihrer Bewerbung gut durchplanen und sich entsprechend Zeit für diese nehmen.

Im Zulassungsverfahren arbeiten die meisten Hochschulen selektiv und beziehen viele verschiedene Faktoren in ihren Entscheidungsprozess mit ein. Generell setzt sich eine ansprechende Hochschulbewerbung aus folgenden Bausteinen zusammen.

Das Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben sollte das Fundament Ihrer Bewerbung sein. In diesem Schreiben haben Sie die Möglichkeit Ihre Hochschule von Ihren Qualitäten zu überzeugen und ihr mitzuteilen, warum Sie sich als Bewerber von den anderen Anwärtern unterscheiden und abheben. Nehmen Sie sich unbedingt Zeit für diesen Teil Ihrer Bewerbung und überlegen Sie sich genau was Sie wie schreiben möchten.

Ihr Ziel ist es, die Hochschule davon zu überzeugen, dass Sie der richtige Kandidat für das MBA-Programm sind. Befassen Sie sich ausgiebig mit dem MBA-Programm der Hochschule und überlegen Sie sich überzeugende Argumente, warum dieser MBA wie auf Sie zugeschnitten ist. Motivationsschreiben sind in der Regel sehr ausführlich, 2.000 bis 5.000 Wörter sind hier keine Seltenheit.

Noten aus dem Erststudium und der GMAT Test

Während Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben Ihrer Fantasie auf besonders überzeugende Weise freien Lauf lassen können, stellen Ihre Noten aus dem vorangegangenen Studium einen wesentlich bodenständigeren Teil Ihrer Bewerbung dar. Natürlich kann es sein, dass Sie mit Bestnoten auftrumpfen können und Ihre Noten Ihr Motivationsschreiben nur noch einmal unterstreichen. Allerdings kann es auch sein, dass Ihre Noten ein etwas anderes Bild zeichnen und nicht ganz das sind, was Hochschulen von einem potentiellen MBA-Studenten erwarten. Sollte dies der Fall sein, dann haben Sie bitte keinen Grund zur Sorge! Ihre Chancen den Studiengang Ihrer Wahl zu bekommen werden dadurch nicht gemindert. Einmal mehr empfiehlt es sich Ihre Bewerbung durch die Teilnahme am GMAT-Test aufzuwerten.

Seit mehreren Jahrzehnten ist der Graduate Management Admission Test (GMAT) für Hochschulen das Mittel der Wahl, um aus dem schier unendlichen Bewerberpool die richtigen Kandidaten für ihre MBA-Programme auszuwählen. Ausschlaggebend ist dabei die erreichte Punktzahl im GMAT-Test. Sie gilt als gängiges Bewerbungskriterium und lässt den Zulassungsausschuss über die ein oder andere weniger gute Note aus dem Erststudium hinwegsehen, vorausgesetzt Sie erzielen ein gutes Ergebnis.

Auch in Deutschland gewinnt der GMAT-Test im Zulassungsverfahren immer mehr an Bedeutung. Die Anzahl der Hochschulen, die den GMAT akzeptiert, wächst stetig. Im GMAT werden die verbalen, mathematischen und analytischen Fähigkeiten eines Bewerbers ermittelt. Die Teilnahme an dem, nicht ganz kostengünstigen Test kann Ihre Chancen an der Hochschule Ihrer Wahl aufgenommen zu werden drastisch erhöhen, so dass es sich beim GMAT um eine Investition handelt, die sich auszahlt! Um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, empfiehlt es sich, bereits 15-18 Monate vor Testantritt mit der Vorbereitung zu beginnen. Sie sollten in diesen Monaten stetig am Ball bleiben und sich das Geforderte immer wieder zu Gemüte führen, um am Testtag optimal vorbereitet zu sein.

Das Interview

Bei vielen Business Schools ist es üblich, die Bewerber zu einem persönlichen Interview einzuladen. In diesem Interview kann sich die Hochschule einen ersten Eindruck von Ihrer Person machen. Es kommt daher darauf an, die Hochschule im persönlichen Gespräch von sich zu überzeugen. Auch hier gilt wieder: Vorbereitung ist alles!

Überlegen Sie sich gut, wie Sie sich im Gespräch präsentieren möchten und was Sie über sich preisgeben. Zwar garantiert ein gutes Interview allein noch keinen sicheren Studienplatz, allerdings kann eine schlechte Selbstpräsentation im Interview für Sie nach hinten losgehen.

Die Bewerbungsrunden

Bewerben Sie sich zeitig: Wenn Sie sich für eine Business School entschieden haben, sollten Sie sich möglichst zeitnah bewerben. Lassen Sie nicht zu viel Zeit ins Land ziehen. Die meisten Hochschulen haben zwei oder drei Bewerbungsrunden. Es ist zu empfehlen, sich bereits in der ersten Runde zu bewerben, da in dieser noch viele Studienplätze verfügbar sind und somit Ihre Chancen erhöht sind, im Bewerbungsverfahren berücksichtigt zu werden. Zudem werden in den weiteren Bewerbungsrunden die Auswahlkriterien sehr viel strenger berücksichtigt.

Im Folgenden möchten wir etwas näher auf die Besonderheiten der verschiedenen Bewerbungsrunden eingehen und ihre Vor- und Nachteile beleuchten.

Bewerbungsrunde 1

Studenten, die sich bereits in der ersten Runde bewerben, sind in der Regel sehr gut vorbereitet und wissen bereits seit einiger Zeit, dass Sie an einer Top Business School studieren möchten. Diese Kandidaten haben sich bereits ausgiebig auf den GMAT Test vorbereitet und auch an ihren anderen Bewerbungsbausteinen ausgiebig gefeilt. 

  • Vorteile: Wenn Sie sich bereits in der ersten Runde bewerben, zeigen Sie ohne Zweifel Ihren Eifer und wahrhaftiges Interesse an dem MBA-Programm. Glaubt man Statistiken, so hat man in dieser Runde die besten Chancen zum gewünschten Studiengang zugelassen zu werden, da sich die Anzahl der Bewerber, mit denen man verglichen wird, noch in Grenzen hält. Desweiteren hält man sich in der ersten Runde noch die Möglichkeit offen, sich auf andere MBA-Programme zu bewerben, wenn man nicht berücksichtigt wurde. Hochschulen, die eine frühe Entscheidungsrunde anbieten, wie zum Beispiel die Tuck School of Business oder die Columbia Business School, wissen das Engagement einer frühen Bewerbung zu schätzen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es in Runde eins mehr freie Studienplätze gibt als in Runde zwei oder drei und die Chancen auf die Warteliste gesetzt zu werden, besser stehen.
  • Nachteile: Ein Nachteil könnte sein, dass in der ersten Runde viele starke und gut durchdachte Bewerbungen reinkommen, so dass man es mit einer starken Konkurrenz zu tun hat. Sollten Sie sich vorgenommen haben, Ihre Bewerbung durch die Teilnahme am GMAT-Test attraktiver zu machen, sollten Sie sich besser für eine spätere Runde bewerben, um sich genügend auf den Test vorzubereiten.

Bewerbungsrunde 2

Generell: Studenten, die sich in der zweiten Runde bewerben, haben den Vorteil über mehr Zeit zu verfügen, um Ihre Bewerbung so ansprechend wie möglich zu gestalten. So können Sie ihrer Hochschule zum Beispiel einen Besuch abstatten, sich den Campus ansehen und herausfinden, warum genau Sie an dieser Hochschule studieren möchten. Sie haben dann den Vorteil eine ausführliche und überzeugende Begründung in Ihrem Motivationsschreiben anzubringen, warum Sie der richtige Kandidat für das MBA-Programm sind. 

  • Vorteile: Während sich in der ersten Runde in den meisten Fällen Studenten mit herausragenden Leistungen bewerben, findet man in der zweiten Runde vor allem Bewerbungen von Studenten mit durchschnittlichen Leistungen. Sollte man also nicht mit Spitzenleistungen auftrumpfen können, empfiehlt sich die zweite Bewerbungsrunde. Studenten, die in dieser Runde akzeptiert wurden, haben eine Menge Zeit alles in die Wege zu leiten, was für den großen Schritt an die Universität ihrer Wahl nötig ist, sei es das Kündigen eines Jobs oder das Umziehen in eine andere Wohnung. Zudem haben zugelassene Studenten den Vorteil an einem Willkommenswochenende in der Universität teilzunehmen, Kontakte zu knüpfen und sich so schon einmal in das Studienleben zu integrieren. Auf der anderen Seite haben in der zweiten Runde abgelehnte Studenten viel Zeit, um sich auf eine erneute Bewerbung im nächsten Jahr vorzubereiten, um dann hoffentlich angenommen zu werden.
  • Nachteile: In der zweiten Bewerbungsrunde erhalten die Zulassungsausschüsse die meisten Bewerbungen, so dass diese aus einem großen Pool an Bewerbern auswählen können und die Konkurrenz besonders hoch ist. Darüberhinaus werden in der zweite Runde auch die Studenten berücksichtigt, die in der ersten Runde bereits angenommen wurden, was die Konkurrenz zusätzlich erhöht. Es besteht zudem die Gefahr, dass sich zwei Bewerbungen ähneln, was die Auswahl für den Zulassungsausschuss erschwert. Einen weiteren, potentiellen Nachteil stellt das hohe Volumen an Bewerbungen und die damit verbundenen langen Bearbeitungszeiten dar. Einige Zulassungsausschüsse schaffen es im Zuge der langen Bearbeitungszeiten nicht, alle Bewerber die sie auf die Warteliste gesetzt haben, zum persönlichen Interview einzuladen.

Bewerbungsrunde 3

Die dritte Bewerbungsrunde ist bei weitem die schwierigste Runde. In dieser Runde sind bereits so gut wie alle Studienplätze vergeben und die Zulassungsausschussmitglieder warten lediglich noch auf einzelne Kandidaten, die sich durch ihre Qualifikationen von der Masse abheben und eine Bereicherung für das MBA-Programm darstellen. Während die Hochschulen oftmals Kandidaten mit einer gut vorbereiteten Bewerbung dazu ermutigen, sich in der Endrunde zu bewerben, raten sie gleichzeitig aufgrund der starken Konkurrenz dazu, in einem Essay zu erklären, warum mit der Bewerbung bis zu diesem Zeitpunkt gewartet wurde. 

  • Vorteile: Während es besser ist sich mit einer überzeugenden Bewerbung in der dritten Runde zu bewerben als mit einer schwachen in der zweiten Runde, wird ihre Bewerbung unter Umständen nicht berücksichtigt, wenn sie nicht durch ihre Einzigartigkeit aus der Masse der Bewerbungen heraussticht. In dieser Runde ist es als durchschnittlicher Student nahezu unmöglich angenommen zu werden. In dieser Runde werden die restlichen Plätze vor allem an Studenten mit einem einzigartigen akademischen Hintergrund verteilt.
  • Nachteile: Abgesehen davon, dass Sie in dieser Bewerbungsrunde bereits das Willkommenswochenende verpasst haben und aufgrund der langen Bearbeitungszeiten nicht zu einem persönlichen Interview eingeladen werden konnten, scheint es so, als wäre die dritte Bewerbungsrunde lediglich Studenten vorbehalten, die mit Spitzenleistungen überzeugen konnten. Zudem sind die noch freien Plätze zumeist für Studenten reserviert, die sich auf der Warteliste befanden. Statistisch ist die Chance als durchschnittlicher Student in dieser Runde berücksichtigt zu werden, sehr gering.

Schlussfolgerung

In welcher Runde Sie sich bewerben hängt zusammengefasst von einer Reihe verschiedener Faktoren ab. Es kommt nicht nur auf Ihre persönlichen Leistungen an, sondern auch darauf, wer sich Ihre Bewerbungsunterlagen durchliest, wie die Verfassung des Zulassungsausschussmitgliedes ist und darauf, wie Ihre Bewerbung im Vergleich zu anderen Bewerbungen wirkt.

Sollte Ihre Bewerbung bereits sehr überzeugend sein, empfiehlt es sich immer, sich möglichst frühzeitig zu bewerben. Wenn Sie Ihre Bewerbung jedoch durch einen GMAT ansprechender gestalten möchten, nehmen Sie sich ausreichend Zeit für eine gründliche Vorbereitung und bewerben Sie sich lieber erst in der zweiten oder dritten Bewerbungsrunde.